Sterbehilfe verfassungskonform regeln

Das Kolpingwerk Deutschland weist darauf hin, dass der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages in einem Gutachten feststellt, dass drei der vier vorgelegten Gesetzesentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe in Deutschland verfassungswidrig sind. Sie genügen entweder nicht dem verfassungsrechtlich notwendigen Bestimmtheitsgebot oder es mangelt ihnen an der Bundesgesetzgebungskompetenz, weil sie in ihrer Ausgestaltung in landesrechtliche Berufsausübungsregelungen für Ärzte eingreifen. Lediglich der von der Gruppe um die Abgeordneten Patrick Sensburg, Thomas Dörflinger und Hubert Hüppe vorgelegte Entwurf zur Regelung der Suizidbeihilfe wird von Verfassungsrechtlern als verfassungskonform angesehen.

Dieser Gesetzesentwurf sieht vor, mittels eines neuen § 217 Strafgesetzbuch (StGB) Anstiftung und Beihilfe zu einem Selbstmord zu verbieten. Gleichzeitig sollen die guten Erfolge der Palliativmedizin und im Hospitzwesen gefördert werden.

Kolping-Bundessekretär Ulrich Vollmer: “Nur mit einer solch klaren und hinreichend bestimmten Regelung kann die Suizidbeihilfe verfassungskonform und zum Schutz des Lebens geregelt werden. Das Kolpingwerk Deutschland unterstützt die Vorschläge der Abgeordneten Patrick Sensburg, Thomas Dörflinger, die auch von der Katholischen Kirche in Deutschland Rückhalt erfahren.”

Die Bischöfe sehen den Staat in der Pflicht, alle organisierten Formen der Hilfe zur Selbsttötung unter Strafe zu stellen, um zu verhindern, dass diese als normale gesellschaftliche Dienstleistung angeboten und wahrgenommen werden. Eine gesetzliche Regelung, die derartige Angebote duldet, würde dazu führen, dass der innere und äußere Druck auf alle Alten, Schwerkranken und Pflegebedürftigen zunimmt, von derartigen Optionen Gebrauch zu machen. Sie fühlten sich nicht mehr von einer selbstverständlichen Solidarität und Hilfe ihrer Mitmenschen getragen, sondern empfänden sich wahrscheinlich noch mehr als Last und als unnütz, wenn sie ihren Platz nicht räumten.

“Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz”

Projekte der vierten Förderwelle im Bundesprogramm “Lokale Allianzen für Menschen
mit Demenz” starten ab September

Bis zu 1,5 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Dabei
leiden Menschen mit Demenz nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern auch unter
sozialer Ausgrenzung. Ziel des Bundesprogramms “Lokale Allianzen für Menschen mit
Demenz” ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld
die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu
stärken.

Mit der vierten Förderwelle im Bundesprogramm “Lokale Allianzen für Menschen mit
Demenz” starten ab September 80 neue Allianzen. Deutschlandweit werden damit 372
Initiativen aus Mitteln des Bundesaltenplans gefördert, bis 2017 werden es
insgesamt 500 sein. Heute (Freitag) haben die Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, und die baden-württembergische
Ministerin für Arbeit und Soziales, Katrin Altpeter, in Waiblingen die
Förderbescheide an sieben neue Projekte in Baden-Württemberg übergeben.

“Wir dürfen Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ihre Familien nicht allein
lassen. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dass Demenzkranke so lange wie möglich
ein ganz normales Leben in der Mitte unserer Gesellschaft führen können. Es gibt
viele Lokale Allianzen im ganzen Land mit tollen Ideen und guten Angeboten. Ich
freue mich über das große Engagement und wünsche den neu dazugekommenen Projekten
viel Erfolg bei ihrer Arbeit”, sagte Manuela Schwesig.

In Baden-Württemberg leisten bereits seit Programmstart 34 Lokale Allianzen
wertvolle Arbeit für die an Demenz erkrankten Menschen und Ihre Angehörigen. Für
Katrin Altpeter sind sie eine hervorragende Ergänzung zu der bereits bestehenden
Demenzoffensive des Landes Baden-Württemberg, mit der die Lebenssituation von
Menschen mit Demenz verbessert werden soll.

“Zusammen mit den Pflegekassen fördern wir insbesondere für Menschen mit Demenz
zurzeit landesweit 850 bürgerschaftliche Betreuungsangebote, und Initiativen, in
der sich viele Menschen ehrenamtlich in ihrer Nachbarschaft engagieren”, sagte
Katrin Altpeter. “Ergänzt durch die Förderung des Ausbaus von Tagespflegeplätzen
für Demenzkranke und das neue Wohn- Teilhabe- und Pflegegesetz wurden die
Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Menschen mit Demenz leichter ambulant
betreute Wohnangebote, wie zum Beispiel Wohngemeinschaften nutzen können”,
erklärte Katrin Altpeter.

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz entwickeln Angebote für Betroffene und
ihre Familien. Dazu zählt auch das Projekt “Lust am Wandern” des Schwäbischen
Albvereins und Demenz Support Stuttgart. Die Wandergruppe, die Manuela Schwesig
und Katrin Altpeter heute begleitet haben, setzt sich unter anderem aus Menschen
mit Demenz und ihren Angehörigen sowie aus Vertretern der Lokalen Allianzen für
Menschen mit Demenz aus Baden-Württemberg zusammen.

Ziel des Projekts ist die gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe von
Demenzkranken. Gleichzeitig haben sportliche Aktivitäten präventive Wirkung,
können den Krankheitsverlauf verzögern und Angehörige entlasten.

Das Programm “Lokale Allianzen” ist eine zentrale Maßnahme des
Bundesfamilienministeriums in der Agenda “Gemeinsam für Menschen mit Demenz”, die
nach Unterzeichnung durch die Mitglieder der Allianz für Menschen mit Demenz auf
Bundesebene seit September 2014 umgesetzt wird. Das Bundesfamilienministerium
lässt ihre Arbeit durch die Demenz Support gGmbH Stuttgart begleiten.

Weitere Informationen unter www.lokale-allianzen.de

„Senioren- und Pflegestützpunkte bieten passgenaue Hilfe und Beratung aus einer Hand”

Die Finanzierung der Senioren- und PflegestützpunkteNiedersachsen (SPN) ist für die nächsten fünf Jahre sichergestellt. Darauf hat Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt hingewiesen: „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem 2014 neu aufgestellten Förderangebot der Senioren- und Pflegestützpunkte den Seniorinnen und Senioren in Niedersachsen auch in Zukunft passgenaue Hilfe und Beratung anbieten können.” Eine entsprechende Förderrichtlinie ist jetzt in Kraft getreten.

Ziel der Landesregierung sei es laut Ministerin Rundt, flächendeckend Anlaufstellen mit einem breit gefächerten gemeinsamen Informations- und Beratungsangebot und für alle Fragen von den Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements über die Wohnberatung für Seniorinnen und Senioren bis hin zum umfangreichen Themenfeld der Pflege vorzuhalten. Sie sind erste Ansprechpartner, wenn es um das Thema Wohnen im Alter geht, und sie bieten eine qualitativ hochwertige Pflegeberatung.

In insgesamt 45 Landkreisen, kreisfreien Städten, in der Region Hannover, in der Landeshauptstadt Hannover und in der Stadt Göttingen sind diese Beratungsstellen mittlerweile erfolgreich tätig. Vorgehalten werden sie von den Kommunen bzw. von freien Trägern. Mit der Förderung werden der Zugang zu Serviceangeboten sowie Beratung aus einer Hand erleichtert. Ältere Menschen sollen gestärkt, ihre Selbstbestimmtheit soll bewahrt und gefördert werden. Durch die Kombination von Pflegestützpunkten und Seniorenservicebüros ergeben sich für Ratsuchende kurze Wege für alle Beratungsangebote, die hier zusammengeführt werden.

„Ältere Menschen sind mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem umfangreichen Wissen mehr denn je wichtige Eckpfeiler unserer Gesellschaft”, so Cornelia Rundt. „In den Senioren- und Pflegestützpunkten Niedersachsen erhalten sie deshalb auch Informationen, wie sie sich aktiv bürgerschaftlich engagieren können. Ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf sollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können – ein gutes und neutrales Beratungsangebot trägt dazu bei.”

So viel Förderung gibt es pro „Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen”: Jeder SPNkann mit bis zu 40.000 Euro jährlich vom Land gefördert werden, zusätzlich können pro SPN bis zu 6.000 Euro an die Freiwilligenakademie Niedersachsen für die Organisation des DUO-Programms vor Ort gezahlt werden. Die Pflegekassen verteilen nach der Rahmenvereinbarung für die Pflegestützpunkte jährlich maximal 2,124 Millionen Euro an die kommunalen Träger in Niedersachsen, mindestens 30.000 bis maximal 50.000 Euro. Dazu kommen kommunale Beiträge in unterschiedlicher Höhe.

Armut nimmt weiter zu

„Leider setzt sich der Trend zur Armut fort. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Grundsicherung sind alarmierend. Beunruhigend sind vor allem die gestiegenen Zahlen bei Frauen im Rentenalter, die Grundsicherung beantragen müssen“, kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK Deutschland, die aktuelle Statistik.

Laut Statistischem Bundesamt sind schätzungsweise 1,004 bis 1,009 Millionen Menschen auf die staatliche Leistung im ersten Quartal 2015 angewiesen. Ende 2014 waren es noch 1,002 Millionen. Die Grundsicherung erhalten Rentner bzw. Erwachsene, deren Erwerbsfähigkeit permanent eingeschränkt ist. 758 Euro monatlich sind im März 2015 durchschnittlich als Grundsicherungsbetrag gezahlt worden. Davon bleiben laut Statistik nur 460 Euro, da Kosten für Wohnen und Heizen sowie vorhandenes eigenes Einkommen abgezogen werden.

„Seit Jahren beobachten wir vom VdK diese negative Entwicklung. Noch liegt der Schwerpunkt bei der Altersarmut im Westen, aber künftig werden auch im Osten mehr Menschen betroffen sein. Neben Erwerbslosen sowie Alleinerziehenden und ihren Familien sind immer mehr Rentnerinnen und Rentner von Armut betroffen. Keine andere Bevölkerungsgruppe zeigt eine rasantere Armutsentwicklung“, so Mascher.

Vor allem bei der Grundsicherung müssen die Beträge im Alter an den realen Bedarf angepasst werden. Ältere Menschen sind von den Preissteigerungen etwa für Mobilität oder für Medikamente und Hilfsmittel, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, besonders betroffen. Außerdem muss ein Freibetrag von 100 Euro auf Rentenansprüche und Leistungen aus privater Vorsorge geschaffen werden, damit zum Beispiel die Mütterrente auch tatsächlich bei den älteren Frauen ankommt, die davon eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erwarten.

Für die Zunahme der Armut im Alter macht der Sozialverband VdK die Rentenentwicklung der letzten Jahre verantwortlich. Man erkennt, dass das Absenken des Rentenniveaus nicht spurlos an den Rentnerinnen und Rentnern vorbeigeht. Das Rentenniveau muss bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns stabilisiert werden. Erforderlich ist hierzu die dauerhafte Streichung der Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel. Um eine spürbare Verringerung des Armutsrisikos zu erreichen, müssten zudem die Abschläge für Erwerbsminderungsrentner von 10,8 Prozent abgeschafft werden. Hier liegen die durchschnittlichen Zahlbeträge bei Neurenten sogar unterhalb des Grundsicherungsniveaus. Der VdK sieht als Instrument für eine spürbare Bekämpfung der Armut im Allgemeinen und der Altersarmut im Besonderen vorbeugende Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt.

„Leih- und Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse sowie Teilzeit- und Minijobs leisten der Armut, vor allem bei Frauen, Vorschub. Wenn wir Armut im Alter vermeiden wollen, dann müssen prekäre Beschäftigungsverhältnisse eingedämmt werden“, so Mascher.

Erwerbstätigkeit älterer Menschen nimmt zu

Im Jahr 2014 gingen in Deutschland 14 % der 65- bis 69-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nach. 2005 waren es noch 6 % gewesen. “Die Erwerbstätigen­quote älterer Menschen hat sich in kurzer Zeit mehr als verdoppelt”, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), heute auf der Pressekonferenz “Die Generation 65+ in Deutschland”. Mit zunehmendem Alter gewinnt außerdem die Selbstständigkeit als Erwerbsform an Bedeutung. Rund 39 % der 65- bis 69-jährigen Erwerbstätigen waren 2014 selbstständig oder mithelfende Familienangehörige. Bei den 60- bis 64-jährigen Erwerbstätigen lag der Anteil lediglich bei 16 %.

Auch in anderen Lebensbereichen sind ältere Menschen heute sehr viel aktiver als noch vor wenigen Jahren. So nutzten im Jahr 2014 bereits 57 % der Seniorinnen und Senioren einen Computer. Seit 2010 ist dieser Anteil um 8 Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil der Internetnutzerinnen und -nutzer an den Personen ab 65 Jahre hat sich im selben Zeitraum von 35 % auf 45 % erhöht. Rund 42 % der Gasthörerinnen und Gasthörer an deutschen Hochschulen waren im Wintersemester 2014/2015 mindestens 65 Jahre alt. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil noch 31 % betragen.

Roderich Egeler ging auf eine Reihe weiterer Themen ein, die die Situation der Generation 65+ in Deutschland aus Sicht der Statistik beschreiben:

In Deutschland gab es Ende 2013 rund 17 Millionen Menschen ab 65 Jahre. Bis zum Jahr 2060 wird sich ihr Anteil von 21 % auf voraussichtlich 33 % erhöhen.
Jede vierte ältere Frau in einer Paargemeinschaft finanzierte ihren überwiegenden Lebensunterhalt durch die Einkünfte von Angehörigen (in der Regel ihres Ehe- oder Lebenspartners).
Zum Jahresende 2013 bezogen knapp 500 000 Personen ab 65 Jahre Grundsicherung. Das waren fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
Ältere Menschen sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an den Verkehrstoten ist von 16 % im Jahr 1994 auf 29 % im Jahr 2014 gestiegen.
Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an allen Behandlungsfällen im Krankenhaus stieg in den letzten zehn Jahren von 38,5 % auf 43,2 %.
2,2 Millionen Personen ab 65 Jahre waren zum Jahresende 2013 pflegebedürftig. Zwei Drittel von ihnen wurden zu Hause versorgt.

Eine Pilgerreise zu den Wirkungsstätten des großen Reformators Luther

Pilgerreisen liegen im Trend – und das nicht nur bei der TV-Prominenz. “Den Wunsch, beim Wandern auf geschichtsträchtigen Pfaden in sich zu kehren, die Gedanken frei treiben zu lassen und neue Kraft zu schöpfen, haben offensichtlich immer mehr Menschen”, meint Beate Fuchs, Reiseexpertin beim Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de.

Wandern auf dem Lutherweg

Dem berühmten Reformator Martin Luther etwa kann man auf dem sogenannten Lutherweg nachspüren, der im Mai 2015 offiziell eröffnet wurde, und dabei durch ganz Thüringen wandern. Viele Stationen erinnern an den revolutionären Theologen, der einen Großteil seines Lebens in Thüringen verbrachte. So predigte er beispielsweise in der Georgenkirche Schmalkalden und lebte einige Jahre als Mönch im Erfurter Augustinerkloster. Diese verschiedenen Wirkungsstätten und andere für die Reformation wichtigen Orte verbindet der rund 1.000 Kilometer lange Wander- und Pilgerweg auf vier geografisch hergeleiteten Routen. Immer dem grünen “L” auf weißem Grund folgend, durchstreifen die Wanderer dabei eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen, weiten Wäldern und Berghöhen. Ausführliche Informationen gibt es unter www.lutherweg.thueringen-entdecken.de.

Meilensteine: das Lutherhaus und die Wartburg

Zu den Meilensteinen der Pilgerreise gehört Eisenach, wo Luther von 1498 bis 1501 in die Schule ging. Sein Wohnhaus – das heutige Lutherhaus – wird Ende September mit der neuen Dauerausstellung “Luther und die Bibel” wiedereröffnet. Außergewöhnliche Exponate, multimediale Präsentationen und überraschende Einsichten – hier erfahren Besucher, warum, wie und mit wem Luther die Bibel übersetzte und welche Wirkung sein Werk auf Sprache, Literatur und Musik hatte. Von der Stadt aus erreicht man nach kurzem Aufstieg das Unesco-Weltkulturerbe Wartburg. Hier lebte der damals von der katholischen Kirche für “vogelfrei” erklärte Luther im Jahr 1521 für rund zehn Monate im Exil. In seiner Stube in der Vogtei der Burg vollbrachte er seine wohl größte kulturelle Leistung: die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche. Diese Arbeit sollte in den nächsten Jahrhunderten das am meisten gelesene deutsche Buch werden. Unter www.lutherland-thueringen.de finden Interessierte alle Informationen rund um das Reformationsland Thüringen.

Prospektmaterial zum Lutherweg und weiteren Wanderwegen in Thüringen gibt es kostenlos unter Telefon 0361-37420 oder unter www.thueringen-entdecken.de. Die Tourist Information Thüringen hält zudem passende Übernachtungsangebote bereit.

Wie die Ernährung Kopfschmerzen beeinflussen kann

Ein hämmernder oder stechender Schmerz, der einen keinen klaren Gedanken fassen lässt: Wer regelmäßig von Kopfweh oder Migräne geplagt wird, hat meist nur einen Wunsch – dass es aufhört. Oder dass es gar nicht dazu kommt. Welche Rolle die Ernährung dabei spielt, ergab eine aktuelle, apothekengestützte Umfrage unter knapp 1.300 Kopfschmerzpatienten. Wer sich selbst eher als ungesunden Esser einschätzte, wies im Schnitt drei Schmerztage mehr pro Monat auf als ein gesunder Esser.

In Ruhe essen

Auch die Wirksamkeit von Schmerzmitteln wurde von denjenigen als besser beurteilt, die sich bewusst gut ernährten. Anscheinend kommt es dabei mehr darauf an, wie man isst als was man isst. Der Münchner Professor Andreas Straube, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), erklärt: “Wichtig ist, für eine regelmäßige Nahrungsaufnahme in einem ruhigen Umfeld zu sorgen, also nicht der schnelle Besuch bei einem Fast-Food-Anbieter.” Am sinnvollsten sei es, das zu essen, was einem subjektiv gut tut. Rezepte gibt es beispielsweise unter www.thomapyrin.de.

Laut Professor Straube werde relativ regelmäßig berichtet, dass Kaffee oder koffeinhaltige Getränke bei dem einen oder anderen zu einer Besserung der Kopfschmerzen führen würden. Koffein ist auch Bestandteil der Wirkstoffkombination, die von der DMKG als Mittel der ersten Wahl bei Kopfschmerzen empfohlen wird. So sind etwa in Thomapyrin (rezeptfrei in der Apotheke) Paracetamol und Acetylsalicylsäure so mit Koffein als Verstärker kombiniert, dass sie bei Kopfschmerzen 15 Minuten schneller wirken als die Einzelsubstanzen.

Sauerstoff und Fingermassagen

Für den Akutfall hat Professor Straube weitere SOS-Tipps: So hilft oft ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft – Bewegung und Sauerstoff vertreiben leichten Schmerz. Auch eine Massage kann lindern. Dafür mit den Fingerspitzen die Vertiefungen am Ende der Augenbrauen ertasten und drei Minuten mit mittelstarkem Druck kreisend massieren. Und schließlich kann eine heiße Kompresse auf der Stirn oder im Nacken schmerzhafte Verspannungen lösen.

Worauf Arthrosepatienten bei der Ernährung achten sollten

Gelenkverschleiß trifft früher oder später fast jeden. Die Ursachen können neben fortschreitendem Alter auch Fehlstellungen, Verletzungen, ungünstige Belastungen, Veranlagung sowie eine falsche Ernährung sein. Zur ganzheitlichen Behandlung wird meist an verschiedenen Punkten angesetzt: mit einer sinnvollen Schmerztherapie, moderater Bewegung und einer angepassten Kost.

Weniger Fleisch, mehr Fisch

Bei der “gelenkbewussten” Ernährung geht es vor allem darum, Entzündungen zu mindern und den Knorpel zu erhalten. So sind fette Kaltwasserfische reich an entzündungshemmender Eicosapentaensäure (EPA), während Archidonsäure aus Schweineschmalz, Eiern, Geflügel und Co. Entzündungen fördern kann. Daher sollten Arthrosepatienten ihren Fleischkonsum auf ein- bis zweimal wöchentlich beschränken und stattdessen wenigstens zweimal pro Woche Lachs, Hering oder Makrele auf den Tisch bringen. Darüber hinaus versorgen Gemüse, Salat, Getreide, Weizenkeime, Nüsse, fettarme Milchprodukte und wertvolle Pflanzenöle die Gelenke mit weiteren wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen. Auch der Knorpelbaustein Glucosamin ist echtes Powerfood – er kommt etwa in Gelatine vor oder kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Das Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de hält unter www.rgz24.de/ernaehrung ausführliche Ernährungstipps und Rezepte für Arthrose-Geplagte bereit.

Bewegung transportiert Nährstoffe

Damit die gezielte Nährstoffzufuhr genutzt werden kann, ist Bewegung unerlässlich. Sie sorgt dafür, dass die Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit in den Knorpel eingearbeitet werden. Geeignete Sportarten sind Walken, Radfahren oder Gymnastik. Voraussetzung für regelmäßige Bewegung ist jedoch Schmerzfreiheit. Hier kann der Arzt geeignete Mittel verschreiben oder Injektionen ins betroffene Gelenk mit speziell vernetzter Hyaluronsäure wie Synvisc. Diese können die nachlassende Pufferung und Schmierung wiederherstellen und Schmerzen langfristig lindern. Dann macht Bewegung wieder Freude. Positiver Nebeneffekt: Überflüssige Pfunde werden abgebaut.

Weniger Fleisch, mehr Genuss

Für die einen ist es eine Gewissensfrage, andere fühlen sich einfach besser, wenn sie auf tierische Produkte verzichten. Fest steht: Vegane Lebensmittel finden immer mehr Fans. In den Bestsellerlisten stehen vegane Kochbücher ganz oben, und auch im Internet gibt es zahlreiche Foren zum Thema. Wer den Ernährungstrend ausprobieren möchte, findet viele Alternativen zu Fleisch, Milch und Co. Vor allem kleine Hersteller bieten oft köstliche Spezialitäten jenseits des Mainstreams.

Weniger ist mehr

Industrielle Produktion und vegane Lebensmittel – das passt für viele nicht zusammen. Regionale Hersteller und kleine Anbieter stehen dagegen hoch im Kurs, weil sie auf Tradition und ursprüngliche Zubereitungsarten setzen. Die ungarische Manufaktur Tarpa verzichtet beispielsweise seit jeher auf Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und Konservierungsmittel. “Unsere Rezepte für Dips, Brotaufstriche und Pasten aus Obst und Gemüse sind heute noch dieselben wie vor hundert Jahren”, sagt Firmenchef Nicolas Korenika. In offenen Kesseln werden die Früchte aus ökologischem Anbau langsam eingekocht. So entsteht ein intensives Aroma. Und die Zutatenliste auf den von Hand etikettierten Gläsern liest sich, als hätte man selbst am Herd gestanden. Bei den herzhaften Aufstrichen aus gegrilltem Gemüse etwa ist neben Bio-Gemüsen und Gewürzen wie Chili oder Knoblauch nur Meersalz und natives Sonnenblumenöl enthalten. Die Spezialitäten aus der nordungarischen Provinz Szatmár gibt es in Bioläden oder unter www.tarpa.de.

Über den Tellerrand blicken

Dass man für vegane Gerichte stundenlang am Herd stehen muss, ist ein überholtes Klischee. “Viele Rezepte passen perfekt in die schnelle Küche und bringen Abwechslung auf den Teller”, weiß Nicolas Korenika. So wie “Sakuska”, eine würzige Paste aus gegrillten Auberginen und Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Sie ist auf Brot oder zu Kartoffeln ebenso lecker wie zur Pasta und ruck-zuck serviert. Da kommen auch Menschen, die sich nicht zwingend vegan, aber eben bewusst ernähren möchten, auf den Geschmack.

Durchblutungsstörungen bei Senioren

Jede Zelle des Körpers benötigt Sauerstoff, um zu überleben. Für die Versorgung ist der Kreislauf zuständig, der über die Arterien ständig sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in alle Winkel des Organismus befördert. Wird der Sauerstofftransport durch verengte oder verstopfte Arterien behindert, kann das zahlreiche Folgen – vom unangenehmen Fingerkribbeln bis hin zum Herzinfarkt – haben. Besonders gefährdet für Durchblutungsstörungen sind Senioren, die daher ein waches Auge auf ihre Gefäßgesundheit haben sollten.

Arteriosklerose als Ursache

“Die häufigste Ursache arterieller Durchblutungsstörungen ist die Arteriosklerose”, erklärt Professor Dr. med. Friedrich-Wilhelm Lohmann, Kardiologe, Universitätsmedizin Charité Berlin. Typische Auslöser für die Gefäßkrankheit seien etwa Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Stress und Bewegungsmangel. Besonders im Fokus stehe dabei der Bluthochdruck, der bei jedem zweiten Menschen jenseits des 60. bis 65. Lebensjahres vorliege. Denn er schädigt die empfindliche Innenwand der Gefäße, das sogenannte Endothel, und macht es anfällig für gefährliche Ablagerungen.

Ein intaktes Endothel ist aber die Grundlage für eine gute Durchblutung. Für seinen Schutz ist ein besonderer Botenstoff unverzichtbar: Stickstoffmonoxid (NO). Es erweitert die Gefäße und wirkt der Arteriosklerose entgegen. Gebildet wird es aus dem natürlichen Eiweißbaustein Arginin. Ältere und gefäßkranke Menschen haben deshalb einen erhöhten Arginin-Bedarf, der sich laut Lohmann durch die tägliche Ernährung oft nicht decken lässt. Lohmann empfiehlt deshalb eine sinnvolle Kombination aus Arginin und den Vitaminen B6, B12 und Folsäure aus der Apotheke, enthalten etwa in “Telcor Arginin plus”, zur Pflege der Gefäßwände. Mehr Informationen zur Gefäßgesundheit unter www.telcor.de.

Öfter Hülsenfrüchte genießen

Arginin kommt zudem reichlich in Hülsenfrüchten, Nüssen und Kürbiskernen vor. Hier sollte man also ruhig öfter zugreifen. Wer außerdem auf das Rauchen verzichtet, ein gesundes Gewicht hält und für regelmäßige Bewegung sorgt, kann viel dazu beitragen, seine Gefäße lange gesund zu erhalten.