Förderprogramm „Wohnen und Pflege im Alter”

Die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause zu leben – auch wenn sie älter oder pflegebedürftig werden. Deshalb hat Niedersachsen ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wohnen und Pflege im Alter” fördert das Land ab sofort Projekte, die ein weitgehend selbstständiges Leben älterer Menschen in einem häuslichen Wohnumfeld auch in hohem Alter und bei Pflegebedürftigkeit ermöglichen. „Mit Blick auf unsere immer älter werdende Gesellschaft müssen alle Verantwortlichen weiter daran arbeiten, die Wahlfreiheit beim Wohnen und der Pflege im Alter zu bewahren und auszubauen. Mit dem neuen Programm setzt das Land hier ein klares Signal”, so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt. Jährlich stehen für „Wohnen und Pflege im Alter” eine Million Euro bereit.

Ziel des Förderprogramms ist es, alters- und pflegegerechte Bedingungen im Wohnumfeld älterer und pflegebedürftiger Menschen zu schaffen. Dazu zählen zum Beispiel Zuwendungen für Neu- und Umbauten, die dazu dienen, alters- und pflegegerechte Wohnungen und Wohngemeinschaften zu schaffen. Ebenso förderfähig sind auch Neu- und Umbauten, um eine alters- und pflegegerechte Struktur des Wohnumfelds zu schaffen. Zuwendungen gibt es aber auch für den Aufbau erforderlicher Beratungsstrukturen und die Entwicklung von Handlungsstrategien zum Aufbau von Netzwerken im Quartier.

In den vergangenen Jahren ist in Niedersachsen die Zahl der pflegebedürftigen und älteren Menschen sehr stark angestiegen. Allein die Zahl pflegebedürftiger Menschen ist von

218 363 im Jahr 2003 auf 297 024 im Jahr 2013 gestiegen; laut Prognosen wird es 2030 gut 400.000 Pflegebedürftige in Niedersachsen geben (Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen).

Die Fördermittel können sowohl von Bürgerinnen und Bürgern als auch von Vereinen und Verbänden beantragt werden.

Nähere Informationen zum Förderprogramm finden Sie
unter www.ms.niedersachsen.de > Themen > Pflege > Wohnen und Pflege im Alter

Wenn plötzlich die Worte fehlen

Wo lag nochmal der Autoschlüssel? Was sollte ich im Supermarkt einkaufen? Wie war noch gleich der Name des neuen Nachbarn? Solche Fragen sind für die meisten leicht zu beantworten, für andere werden sie zum Problem, weil sie auf eine wachsende Vergesslichkeit hindeuten und ein erstes Anzeichen von Demenz sein könnten. Wer wissen will, wie es um den Zustand des eigenen Gedächtnisses bestellt ist, sollte den Test in der April-Ausgabe des Magazins Reader’s Digest machen.

„Ich vergesse, wo ich etwas hingelegt habe“, „Ich weiß nicht mehr genau, was sich vor einem Tag oder einer Woche ereignet hat“, „Ich kann häufig das richtige Wort nicht finden“ oder „Ich wiederhole häufig, was ich gerade gesagt habe, oder ich stelle dieselbe Frage zwei- bis dreimal“ – mit diesen und ähnlichen Fragen werden in dem Test das Gedächtnis und andere Leistungen des Gehirns überprüft. Die jeweilige Antwort darauf ist aber nicht gleich der Beleg dafür, dass eine Alzheimer-Erkrankung sich abzeichnet oder gar eine Behandlung notwendig ist. Das Vergessen eines Namens oder einer Telefonnummer kommt durchaus auch bei ganz gesunden Menschen vor.

„Das Gehirn altert im Lauf des Lebens“, relativiert Florian Metzger, Oberarzt am Geriatrischen Zentrum und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen, solche Gedächtnislücken. Wenn die Lücken aber verstärkt auftreten, sollte man ärztlichen Rat suchen, weil sie erste Anzeichen für eine Demenz sein könnten. Als Demenz werden Störungen des Denk- und Informationsverarbeitungsvermögens bezeichnet. Die am häufigsten auftretende Form ist dabei die Alzheimer-Erkrankung.

Sollten solche Symptome auftreten, ist als erster Schritt ein Termin beim Hausarzt ratsam um andere Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme und Depressionen auszuschließen. Häufig folgt dann die Untersuchung durch einen Neurologen. „In unserer Gedächtnissprechstunde führen wir körperliche, neurologische und psychische Untersuchungen durch“, sagt Florian Metzger im Magazin Reader’s Digest. Dazu gehören Analysen des Blutes und des Nervenwassers, Herz- und Hirnstrommessungen sowie eine Magnetresonanz- oder Computertomografie. Zudem werden das Kurzzeitgedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen sowie alltagspraktische Fähigkeiten des Patienten überprüft.

Sollte dann tatsächlich eine Demenz vorliegen, kann sie mit Medikamenten zwar nicht geheilt, aber ihr Fortschreiten verlangsamt werden. Zudem ist eine Ergo- und Psychotherapie denkbar. Darüber hinaus sagen Experten wie Florian Metzger, dass ausgiebige Bewegung ebenfalls hilft: „Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen – alles, was die Kondition stärkt.“ Vor allem sei es wichtig, die Probleme zeitig anzugehen und nicht zu verdrängen: „Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung!“

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die April-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab Montag, 30. März, an zentralen Kiosken erhältlich.

Früh erkannt, ist Darmkrebs besser heilbar

Was für viele Krebsarten gilt, trifft besonders auf Darmkrebs zu: Früh erkannt, ist er besser heilbar. Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Krebshilfe dazu auf, sich über die Möglichkeiten zur frühen Erkennung von Darmkrebs zu informieren: Welche Untersuchungen bieten die gesetzlichen Krankenkassen an? Welche Vor- und Nachteile bringen die Untersuchungen mit sich?

Etwa 64.000 Menschen in Deutschland erhalten jedes Jahr die Diagnose Darmkrebs, 26.000 sterben daran. „Das wichtigste Ziel der Darmkrebs-Früherkennung ist es, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Insbesondere beim Darmkrebs, dessen gutartige Vorstufen durch die Untersuchung entdeckt werden können, spielt die frühe Erkennung eine entscheidende Rolle.“

Eine gute Möglichkeit, Darmkrebs vorzubeugen, ist jedoch eine gesunde Lebensweise. Wichtig dabei sind insbesondere eine gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung, das Vermeiden von Übergewicht, Nichtrauchen und wenig Alkohol.

Dennoch ist auch eine gesunde Lebensweise keine Garantie, nicht an Darmkrebs zu erkranken. Früh erkannt, ist Darmkrebs jedoch gut heilbar. Darum geht es bei der Darmkrebs-Früherkennung: Tumore und deren Vorstufen in frühen Stadien ihrer Entwicklung aufspüren, denn dann lassen sie sich nicht nur erfolgreicher, sondern oft auch schonender behandeln. Zwei verschiedene Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung werden angeboten: Ab einem Alter von 50 Jahren kann der Test auf verstecktes Blut im Stuhl und ab 55 Jahren die Darmspiegelung in Anspruch genommen werden.

Früherkennungsuntersuchungen werden jedoch auch kritisch betrachtet. Der Grund: Sie können Nachteile mit sich bringen. Daher ist es sinnvoll, für jedes Verfahren Nutzen und Risiken genau abzuwägen. Die Vor- und Nachteile eines Verfahrens kennen und einschätzen können, das ist die wichtigste Voraussetzung dafür. Dabei hilft es, die richtigen Fragen im Vorfeld zu stellen: Wie oft wird eine bestehende Darmkrebserkrankung erkannt beziehungsweise übersehen? Wie häufig ergibt der Test einen falschen Krebsverdacht und führt dann zu einer unnötigen Diagnose? Wie groß ist mein persönliches Risiko, an Darmkrebs zu erkranken? Bin ich erblich vorbelastet?

Betrüger senden gefälschte Briefe mit Forderungen an Rentner

Sie fälschen Dokumente oder locken mit viel versprechenden Investitionen. Ziel ihrer kaltblütigen Vorgehensweise ist es, das Geld von Rentnerinnen und Rentnern zu ergaunern. Rücksichtslos nutzen Trickbetrüger die Redlichkeit älterer Menschen aus, wenn sie als offizielle Personen an ihre Opfer herantreten. Sie fordern telefonisch, per Brief oder Fax dazu auf, Geldbeträge auf ein fremdes Konto zu überweisen. Für den Fall, dass die Betroffenen sich verweigern, werden Rentenpfändungen, Rentenkürzungen und andere Sanktionen angedroht. Der durch die Täter verursachte Schaden ist erheblich und die vermutete Dunkelziffer hoch. Sachverständige gehen davon aus, dass sich viele Opfer aus Scham nicht mitteilen. Deshalb hat der Sozialverband SoVD jetzt einen Film veröffentlicht, der die Kriminalprävention unterstützt und über Hilfsangebote informiert.
Der dreiminütige Film, der die verschiedenen Vorgehensweisen der Trickbetrüger zeigt und Tipps für das richtige Verhalten möglicher Opfer gibt, eignet sich insbesondere für die digitale Kommunikation. Zudem kann der Beitrag im Rahmen von Informationsveranstaltungen vorgeführt werden.

Clip Vorsicht: Falle! SoVD warnt vor Trickbetrug: https://www.youtube.com/watch?v=xzLkoBTjuNc

Das Alter als die schönste Zeit des Lebens erleben

Das Wichtigste im Alter ist die Gesundheit, sagen knapp zwei Drittel der Menschen in Europa. In einer Umfrage unter rund 8000 Lesern des Magazins Reader’s Digest in zehn Ländern stimmten 65 Prozent der Deutschen dieser Aussage zu, in Ungarn waren es sogar 75 Prozent. Zugleich gaben 72 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass selbst Probleme mit ihrer körperlichen Fitness sie nicht davon abhalten würden, das zu tun, was sie gern tun wollen. „Angesichts meines Alters habe ich heute mehr Energie, als ich gedacht hätte“, sagten 65 Prozent der über 60-jährigen Befragten in den zehn Ländern.

Doch wann ist man überhaupt „alt“? Liegt die Grenze dafür bei 65 oder eher bei 75 Jahren? Während beispielsweise in Frankreich Frauen wie Männer erst mit über 80 Jahren als alt gelten, sagten die Deutschen, dass Frauen mit 75 und Männer mit 76 Jahren alt seien. Noch niedriger sind die Werte, die die Ungarn genannt haben: Männer mit 68 und Frauen sogar schon mit 67 Jahren. Viele Befragte betonten aber zugleich, dass nicht die Zahl der Jahre, sondern die Geisteshaltung entscheidend sei. „Älter werden und alt sein sind zwei verschiedene Dinge“, sagt etwa die 63-jährige Belgierin Nicole Marc in der März-Ausgabe von Reader’s Digest. „Alt sind Sie, wenn Sie nicht mehr das Bedürfnis haben zu lachen und Spaß zu haben. “

Auch in ihren sogenannten goldenen Jahren wollen die Menschen „einfach alles“ machen, gaben die Umfrageteilnehmer an. Dazu gehört für viele auch die Freude an der körperlichen Liebe bis ins hohe Alter. „Ich bin sicher, dass ich ungeachtet meines Alters immer Spaß am Sex haben werde“, meint beispielsweise Radovan Teslič. Der 66-jährige Slowene ist ein gutes Beispiel für die aktiven Senioren von heute: Er besucht oft Konzerte und Ausstellungen, reist und wandert gern und baut Obst an. „In Bewegung bleiben“, rät auch Nicole Marc ihren Altersgenossen. „Mein Mann und ich halten uns fit und verschwenden unsere Zeit nicht vor dem Fernseher. Wir fahren Rad, gehen tanzen und wandern.“

Für weitere Informationen zu diesem Reader’s Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die März-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland ist ab Montag, 23. Februar, an zentralen Kiosken erhältlich.

Ältere Autofahrer gehen zu spät zum Gesundheitscheck

77 Prozent der Autofahrer in Deutschland haben seit ihrer Führerscheinprüfung kein Fahrtraining mehr absolviert. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Jeder Zweite (57 Prozent) war bisher nicht beim Training, weil er sich auch ohne Fortbildung im Straßenverkehr sicher fühlt. Ginge es um ihre Fahrtüchtigkeit, verließen sich viele zu stark auf ihre Selbsteinschätzung, sagt Sandra Demuth vom DVR: “Professionelle Fahrlehrer können die Fähigkeiten eines Autofahrers viel besser einschätzen. Sie erkennen frühzeitig eventuelle Leistungseinbußen und sind in der Lage, konkrete Tipps für den Alltag im Straßenverkehr zu geben.”

Arzt testet Hör- und Sehvermögen

Auch im gesundheitlichen Bereich vertrauen die meisten Autofahrer ihrer Selbsteinschätzung: 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, ein Gesundheitscheck stehe erst an, wenn Fahrer bei sich selbst körperliche Beeinträchtigungen feststellen – eine Haltung, die das Unfallrisiko erhöhen kann. Bei den Befragten über 65 Jahre sind sogar 78 Prozent der Ansicht, dass ein Gesundheitscheck erst notwendig ist, wenn man selbst merkt, dass die Fahrtüchtigkeit nachlässt.

Vor allem älteren Verkehrsteilnehmern rät Demuth daher, ihre Fahrfitness regelmäßig von einem Arzt überprüfen zu lassen, bevor sich Einschränkungen bemerkbar machen oder Fahrten bei schlechtem Wetter beispielsweise als unangenehm empfunden werden. Die forsa-Erhebung ergab jedoch, dass eine deutliche Mehrheit der Fahrer über 65 Jahre (85 Prozent) noch keinen solchen Gesundheitscheck gemacht hat, bei dem unter anderem Hör- und Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit und Beweglichkeit getestet werden.

Sicher mobil bis ins hohe Alter

Die “Aktion Schulterblick” des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen gibt es unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt.

Konfliktsituation im Karneval

Wenn zum Karneval die Narren und Jecken regieren, herrscht fröhliche Ausgelassenheit. Doch im Gedränge und beim Griff nach süßen Kamellen können leicht Aggressionen, Streitigkeiten oder gar Prügeleien aufkommen. „Grundsätzlich will natürlich jeder Konfliktsituationen vermeiden. Wird man aber doch angepöbelt, ist es das Beste, dies erst einmal zu ignorieren und weiterzugehen oder den Platz zu wechseln“, sagt Kristina Soldo, Psychologin bei TÜV Rheinland. Falls das nicht möglich ist, rät die Psychologin, selbstsicher aufzutreten und laut auf sich aufmerksam zu machen. „Es ist wichtig, sein Gegenüber zu siezen, damit Dritte hören, dass es kein Freund ist und die Sachlage gleich einordnen können“, erklärt Soldo.
„Feuer“ als Signalwort

In einer Konfliktsituation gilt es, sich nicht auf Diskussionen einzulassen und den Angreifer nicht zu beleidigen oder gar zu schlagen, insbesondere wenn Alkohol im Spiel ist. Denn Alkohol und Drogen wirken bei vielen Menschen enthemmend. Besser tief durchatmen, ruhig bleiben. Wenn die Situation eskaliert, sollte man mit dem Mobiltelefon den Notruf wählen. Dann gilt auch: „Will ich Hilfe von anderen, muss ich sie konkret ansprechen“, erläutert Kristina Soldo. Also beispielsweise: „Sie mit dem grünen Pullover! Rufen Sie bitte die Polizei!“ Wirkungsvoller als der Ruf „Hilfe“ sei der Ruf „Feuer“. Darauf reagiere jeder, weiß die Expertin.
Selbstsicheres und bedächtiges Auftreten

Beobachter können ebenfalls dazu beitragen, einen sich zuspitzenden Konflikt zu entschärfen. „Zeigen Sie Zivilcourage und holen Sie Hilfe, spielen Sie aber nicht den Helden“, empfiehlt die TÜV Rheinland-Expertin. Für die Polizei ist es zudem später hilfreich, Zeugen zu haben, die viele Details nennen können. Will man deeskalierend wirken, ist die Körpersprache wichtig: aufrechter Gang, Schultern nach hinten, sicherer Stand, feste Stimme und Blickkontakt halten. Mit einem vor Angst starren Blick hat man keine guten Chancen, die Situation zu entspannen. Denn fühlt sich der Andere angestarrt, kommt dies oft als Bedrohung an. Auch hier helfe laut Kristina Soldo eine klare Ansprache, möglichst aus sicherer Entfernung: „Lassen Sie das, ich rufe die Polizei.“

Herzpatienten werden nicht flächendeckend gleich gut versorgt

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Herzmedizin bietet der neue Deutsche Herzbericht 2014 www.herzstiftung.de/herzbericht, der von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) herausgegeben wird. Mit Hilfe dieser fächerübergreifenden Analyse der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung in Deutschland lassen sich kritische Verläufe in der Häufigkeit und Sterblichkeit bestimmter Herzkrankheiten sowie Defizite in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung frühzeitig erkennen und korrigieren.

Leichte Zunahme der Sterblichkeit bei Herzinfarkt und anderen Herzkrankheiten
Nach Jahren der Rückläufigkeit hat die Herzinfarkt-Sterblichkeit 2012 leicht zugenommen: 52.516 Menschen starben am akuten Herzinfarkt (2011: 52.113) bzw. die Sterblichkeit lag bei 65,2 Gestorbenen pro 100.000 Einwohner (EW) (2011: 63,7). „Dieser – wenn auch leichte – Anstieg bei den Herzinfarkttodesfällen zeigt, wie weiterhin wichtig Verbesserungen insbesondere in der Effizienz des Notarztsystems in den bevölkerungsarmen oder schlecht versorgten Gegenden sind, ebenso die kontinuierliche Bevölkerungsaufklärung über die Herzinfarkt-Symptome und die Notrufnummer 112. Diese Informationsarbeit ist uns ein dauerhaftes Anliegen“, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Klinikum Stephansplatz Hamburg. Ebenfalls leicht zugenommen hat 2012 die Sterblichkeit bei den Herzkrankheiten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit 46.410 (2011: 45.428), Herzrhythmusstörungen mit 25.203 (2011: 23.677) und Klappenkrankheiten mit 14.936 (2011: 13.964) Gestorbenen.

Gefälle zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern bei Sterblichkeit und Krankenhausaufnahmen
Auch regionale Unterschiede in der Sterblichkeit und in den stationären Krankenhausaufnahmen dokumentiert der Herzbericht. So war die stationäre Morbiditätsziffer (Krankenhausaufnahmen pro 100.000 EW) der koronaren Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Klappenkrankheiten in der Summe am niedrigsten in Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg, wohingegen sie am höchsten in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen war. Bei der KHK reichte 2012 die Spannweite der stationären Morbiditätsziffer von 638 in Hamburg bis 1.114 in Sachsen-Anhalt.
Bundesländer mit einer bemerkenswert hohen Herzinfarkt-Sterblichkeit sind weiterhin Brandenburg mit 105 (2011: 96), Sachsen-Anhalt mit 103 (2011: 104), Sachsen mit 94 (2011: 92), Thüringen mit 79 (2011: 79), Mecklenburg-Vorpommern mit 79 (2011: 75) und Saarland mit 78 (2011: 69) Gestorbenen pro 100.000 EW. Von diesen Bundesländern die Sterbeziffern (Gestorbene pro 100.000 EW) für KHK, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Herzklappenkrankheiten in der Summe betrachtet, ergeben sich für diese Länder die höchsten Sterblichkeitswerte, z. B. Sachsen-Anhalt mit 385, Sachsen mit 357 und Thüringen mit 326 Gestorbenen pro 100.000 EW gegenüber Berlin mit 196 und Hamburg mit 221 Gestorbenen pro 100.000 EW.
„Einen dominierenden Einfluss auf die Sterblichkeit in allen Bundesländern haben vor allem die KHK und die Herzinsuffizienz. Gerade diese Erkrankungen mit Millionen Betroffenen erfordern intensive landesweite Aufklärung über Diagnose und Therapie sowie über Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Ernährungsverhalten. Hier setzen wir bei bundesweiten Kampagnen auch auf die Unterstützung von Hausärzten, Allgemeinmedizinern und Internisten“, betont Prof. Meinertz.

Mehr ambulante Versorgung in strukturschwachen Regionen nötig?
Als mögliche Ursachen für die höhere stationäre Morbidität in bestimmten Bundesländern kommen neben demographischen Faktoren regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, eine geringere Ärztedichte, geringeres Gesundheitsbewusstsein in der Prävention und ein niedrigerer sozioökonomischer Status in der Bevölkerung infrage. „Bei den strukturschwachen Regionen stellt sich die Frage nach gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungslage besonders in den kardiologisch schlechter versorgten Gebieten wie zum Beispiel Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg: Mehr ambulante Diagnostik und Therapie neben der stationären könnte die medizinische Versorgung verbessern“, so Prof. Meinertz. „Das Modell der Brustschmerz-Ambulanz könnte mit Unterstützung der Gesetzlichen Krankenkassen neue Akzente setzen.“
So weisen die Länder mit der höchsten Infarktsterblichkeit mit Ausnahme von Sachsen zugleich die geringste Versorgungsdichte mit zugelassenen Kardiologen auf: Im Bundesdurchschnitt entfiel 2013 in Thüringen ein zugelassener Kardiologe auf 36.014 Einwohner, in Mecklenburg-Vorpommern auf 34.707 und Brandenburg auf 33.097 EW. Zum Vergleich die Länder mit der höchsten Versorgungsdichte: In Bremen entfielen auf einen Kardiologen 18.783 EW, in Hamburg 21.040 EW.

Deutlich mehr Frauen als Männer sterben an Herzschwäche, Rhythmusstörungen und Klappenkrankheiten
Wie in den Vorjahren ist 2012 die Sterblichkeit bei Frauen in der Summe der Herzkrankheiten Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenkrankheiten deutlich höher als bei Männern. „Dass Frauen eine viel höhere Sterbeziffer und somit eine deutlich schlechtere Prognose als Männer bei diesen Herzkrankheiten aufweisen, ist nicht ohne weiteres erklärlich. Wie es zu diesen drastischen Unterschieden insbesondere bei der Herzschwäche und beim Vorhofflimmern kommt, bedarf einer genaueren Analyse, um mögliche Lücken in der Vorsorge und der Therapie herzkranker Frauen zu schließen“, unterstreicht Prof. Meinertz. So starben 2012 allein an Vorhofflimmern und Vorhofflattern mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer: 10.604 Frauen gegenüber 5.196 Männern. An Herzschwäche starben 2012 30.850 Frauen gegenüber 15.560 Männern. Die Sterbeziffer der Herzschwäche für Frauen überstieg die der Männer um 89,8 Prozent! An Klappenkrankheiten starben 9.312 Frauen gegenüber 5.624 Männern.
Demgegenüber lagen die Sterbeziffern der KHK und des akuten Herzinfarkts für Männer im Jahr 2012 deutlich höher als bei den Frauen: beim akuten Herzinfarkt liegt die Sterbeziffer der Männer um 22,1 % höher als bei Frauen.

Weitere Informationen zum Deutschen Herzbericht 2014 unter: www.herzstiftung.de/herzbericht

Nicht wenige Menschen leiden im Alter unter Einsamkeit.

Besonders Alleinstehende und Menschen, deren Partner verstorben ist, fürchten sich davor, ständig allein und ohne Ansprache zu sein. Dann ist es schon ein Höhepunkt im Tagesablauf, wenn das “Essen auf Rädern” mit ein paar freundlichen Worten geliefert wird, oder wenn draußen ein Nachbar aus Nettigkeit winkt. Aber auch bei älteren Paaren geschieht es oft, dass sie sich immer stärker von der Umwelt abkapseln, weil Freunde und Bekannte aus dem Umfeld beispielsweise zu ihren Kindern ziehen. Wer der Gefahr einer Isolierung aktiv begegnen möchte, sollte sich möglichst früh überlegen, welche Alternativen es dazu gibt.

Den Ruhestand in der Gemeinschaft genießen

Eine attraktive Option sind beispielsweise Seniorenwohnanlagen, in denen man mit Menschen in einem ähnlichen Alter zusammenlebt. Mit ihnen kann man sich gemeinsam an alte Zeiten erinnern – schließlich wurden in der Jugend die gleichen Schlager gehört und es wurde die gleiche Mode getragen. Heute entdeckt man neue Gemeinsamkeiten, weil man sich in der gleichen Lebensphase befindet. Besonders vielseitige Freizeitmöglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen bieten beispielsweise die Rosenhof Seniorenwohnanlagen mit ihrer über 40-jährigen Erfahrung im Bereich des Seniorenwohnens.

Aktiv und gesund bleiben

Unter www.rosenhof.de kann man sich nicht nur über die verschiedenen Standorte und die entsprechenden Appartements informieren, sondern auch über die verschiedenen Freizeitaktivitäten. Schachspielen, Gedächtnistraining, das gemeinsame Singen im Chor und auch gemeinsame Ausflüge bereichern den Alltag der Senioren. “Nur wer im Ruhestand aktiv ist, kann auch gesund bleiben”, betont Katja Schneider, Gesundheitsexpertin beim Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de.

Pflegebedürftigkeit darf nicht in Armut führen

„Es ist eine fatale Entwicklung, wenn immer mehr Pflegebedürftige auf staatliche Unterstützung angewiesen sind“, kommentiert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, heute veröffentlichte Zahlen. Demnach mussten 2013 444.000 Menschen „Hilfe zur Pflege“ beantragen. Vor zehn Jahren waren es knapp 340.000 Pflegebedürftige.

„Pflegebedürftige müssen immer mehr aus der eigenen Tasche zahlen, weil die Leistungen der Pflegeversicherung den tatsächlichen Aufwand nicht mehr decken“, sagt die VdK-Präsidentin. Der Anstieg der Leistungsempfänger habe laut Mascher mehrere Ursachen. „Steigende Heimkosten einerseits, stagnierende Bestandsrenten andererseits und sinkende Zahlbeträge bei Neurenten. Eine gute stationäre Versorgung geben viele Renten nicht her, besonders nicht die von Frauen.“

„Pflegebedürftigkeit ist inzwischen ein Armutsrisiko, das durch einschneidende Maßnahmen verhindert werden muss“, so die VdK-Präsidentin weiter. Um das mit Pflegebedürftigkeit verbundene Armutsrisiko zu mindern, sei etwa eine jährliche Anpassung der Pflegeleistungen an die tatsächliche Kostenentwicklung im Pflegesektor erforderlich. „Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 ist die Kaufkraft der Zahlungen aus der Pflegeversicherung stark gesunken.“

Die mangelhafte finanzielle Situation Pflegebedürftiger wird sich nach Einschätzung des VdK ohne eine große Pflegereform noch verschärfen. Deshalb fordert der Sozialverband VdK eine große, umfassende Pflegereform, die sich auch den demografischen Herausforderungen stellt. „Gute Pflege ist ein Menschenrecht. Gerade eine immer älter werdende Gesellschaft braucht eine zukunftsfähige und würdevolle Pflege“, betont Mascher.

Die VdK-Präsidentin sieht vor diesem Hintergrund keinen Grund zum Jubeln anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Pflegeversicherung. „Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eingeführt worden, damit möglichst keiner mehr als Pflegefall zum Sozialfall wird. Die neuen Zahlen der Empfänger von staatlicher Hilfe machen deutlich, dass es höchste Zeit ist gegenzusteuern.“ Auch sei der grundsätzliche Konstruktionsfehler der Pflegeversicherung in den 20 Jahren ihres Bestehens nicht behoben worden. „Die besonderen Bedürfnisse von Demenzkranken und ihrer pflegenden Angehörigen werden noch immer im System der Pflegeversicherung kaum berücksichtigt. Auch das neue Pflegestärkungs¬gesetz bringt nur wenige Verbesserungen für die 1,5 Millionen Demenzkranken und ihre pflegenden Angehörigen. Viele Herausforderungen in der Pflege bleiben, wie die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, die Stärkung von Prävention und Rehabilitation zur Vermeidung von dauerhafter Pflegebedürftigkeit und das ungerechte Nebeneinander von privater und gesetzlicher Pflegeversicherung.“