Archiv der Kategorie Allgemein

Werden Sie Senior Experte

In Deutschland bricht jeder fünfte Jugendliche seine Ausbildung vorzeitig ab, oft schon im ersten Lehrjahr – keine guten Nachrichten für den Arbeitsmarkt, aber ein guter Grund zu handeln.

Ende 2008 hat der Senior Experten Service (SES) – eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Bonn – zusammen mit den Spitzenverbänden der deutschen Industrie, des Handwerks und der freien Berufe die Initiative VerA aufgelegt. Förderer ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung über sein JOBSTARTER-Programm. VerA steht für Verhinderung von Abbrüchen und Stärkung von Jugendlichen in der Berufsausbildung durch SES-Ausbildungsbegleiter.

Der SES nimmt Anfragen nach Ausbildungsbegleitern von jeder Seite entgegen – von den Auszubildenden selbst, den Beratern bei den Kammern, den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen. Die Auswahl des Begleiters trifft der SES. Hunderte Expertinnen und Experten engagieren sich für VerA. Sie werden auf ihre Aufgabe konkret vorbereitet und bringen das Fachwissen aus Industrie, Handwerk und vielen technischen, kaufmännischen und sozialen Berufen mit.

Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Pflege

Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Pflege
Leistungen von Angehörigen und Pflegekräften besser honorieren

Eine deutliche Anhebung der Sätze für die häusliche Pflege sowie den zügigen Ausbau professioneller Beratungsinstitutionen und von Tagespflegeeinrichtungen forderte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am Rande einer pflegepolitischen Veranstaltung des Sozialverbands VdK in der Evangelischen Akademie in Tutzing.

Zu einer zukunftsfähigen Pflegepolitik gehöre auch die Aufwertung des Berufsbilds der Pflege. Außerdem erteilte sie den wieder in die Diskussion gebrachten Plänen für eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung eine deutliche Absage: “Das wäre der Abschied aus unserem bewährten solidarischen System und würde für Millionen von Versicherten eine ungewisse Zukunft bedeuten. Ich wundere mich, dass nach den bitteren Erfahrungen der Finanzkrise die Idee der Kapitaldeckung immer noch nicht verworfen wurde.”
“Sparsamkeit”, so die VdK-Präsidentin weiter, “darf nicht der Maßstab im Umgang mit Pflegebedürftigen sein.” Es müsse ins Bewusstsein aller Verantwortlichen dringen, dass Menschen, die krank sind und dauerhaft Hilfe brauchen, selbstverständlich ein Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft haben. “Es geht um die Würde der pflegebedürftigen Menschen, also um die Umsetzung eines Grundrechts.”

Mascher warnte davor, bei der Pflege der Zukunft allzu sehr “auf die stille und meist weibliche Reserve” der Angehörigen zu setzen und damit auf die kostengünstigste Lösung. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang die fehlende Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Weder gibt es tragfähige Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege noch werden Angehörige angemessen finanziell unterstützt, wenn sie die Pflege ihrer Eltern oder Ehepartner übernehmen.
Pflege wird eine Schlüsselrolle in unserer zukünftigen Gesellschaft spielen. Schon heute ist der Umsatz der Gesundheits- und Pflegebranche genauso hoch wie der der deutschen Automobilindustrie. Gerade in Pflegeheimen bleiben aber viele Stellen unbesetzt. “Die Branche muss ihr Stiefkind-Image verlieren”, forderte Mascher. Dazu gehören eine angemessene Entlohnung und deutlich bessere Arbeitsbedingungen. (Michael Pausder)

Probleme mit der Verdauung

Etwa ein Drittel der Menschen über 60 haben mit einem trägen Darm zu kämpfen. Diesen wieder in Schwung zu bringen ist meist eine leichte Übung.

Der Verzehr von Gemüse, faserreichem Obst und Vollkornprodukten kann sehr fördernd wirken. Sollte das nicht reichen, helfen noch besser Weizenkleie, Leinsamen und Flohsamenschalen auf dem Ernährungsplan. Aber die Umstellung sollte langsam geschehen, da es sonst zu Blähungen kommen kann.

Viel Trinken ist ebenfalls wichtig, am Besten Wasser oder Tee. Der Dickdarm entzieht dem Nahrungsbrei das Wasser. Wer wenig trinkt, bewirkt auf Dauer eine Stuhlverhärtung, die zu Verstopfung führen kann. Empfohlen ist auch ein Glas warmes Wasser am Morgen auf den leeren Magen, das habe bei vielen schon eine leichtabführende Wirkung.

Bewegung ist ebenfalls wichtig, denn der Darm macht jede Bewegung des Körpers mit und wird so auf Trab gebracht. Sportmuffel sollten es mit einer halben Stunde spazieren am Tag probieren.

Wer viel liegt oder sitzt, sollte jeden Tag 20 Minuten vor dem Frühstück eine Darmmassage durchführen. Mit langsam kreisenden Bewegungen auf dem Bauch sollte mit der flachen Hand Druck auf den Dickdarm ausgeübt werden. Die Hand beginnt am rechten unteren Bauch, wandert Richtung Nabel, quer über den Bauch und links wieder abwärts.

Zu guter Letzt helfen natürlich Abführmittel. Hier sollte sich der Betroffene von seinem Arzt beraten lassen, da es viele verschiedene Produkte gibt, die an verschiedenen Stellen des Körpers wirken.

Die meisten Großeltern werden im Alter zwischen 50 und 60 Jahren Oma oder Opa

Die Durchschnitts-Großeltern
Umfrage: Die meisten Großeltern werden im Alter zwischen 50 und 60 Jahren Oma oder Opa

„Mama, Papa, wir bekommen ein Kind!“ – Diesen Satz hören die zukünftigen Großeltern vor allem kurz nach dem 50. Geburtstag. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“ herausgefunden hat, erfahren die deutschen Omas und Opas durchschnittlich mit 52 Jahren vom bevorstehenden Ereignis. Die Mehrheit (45,6 %) ist bei Geburt des ersten Enkelkindes im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, doch auch zwischen 40 und 50 ist es keine Seltenheit, dass die eigenen Kinder schon wieder Nachwuchs bekommen (36,0 %). Eher ungewöhnlich ist es hingegen, schon vor dem 40. Geburtstag zur Oma oder zum Opa gemacht zu werden (2,9 %) – bei Frauen ist dies allerdings ein klein wenig häufiger der Fall (4,1 %). Jeder fünfte Großvater (20,5 %) ist hingegen schon über 60 Jahre, wenn das erste Enkelkind geboren wird.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 507 Großmüttern und -vätern.

Sozialverband VdK warnt vor wachsender Armut älterer Frauen

Zusatzbeiträge belasten einseitig Arbeitnehmer und Rentner
Sozialverband VdK warnt vor wachsender Armut älterer Frauen

Als “bittere Pille für Arbeitnehmer und Rentner” bezeichnete Ulrike Mascher, die Präsidentin des Sozialverbands VdK, die bevorstehenden Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung. “Ausgerechnet diejenigen, die durch Lohneinbußen und Rentennullrunden ohnehin Kaufkraftverluste hinzunehmen haben, werden durch die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen überproportional belastet. Arbeitgeber bleiben außen vor”, sagte die VdK-Präsidentin. Für Rentner, so der VdK, seien 8 Euro Zusatzbeitrag im Monat “viel Geld”.

“Jede dritte alleinstehende Rentnerin ist jetzt schon akut von Armut bedroht. Rentnerinnen und Rentner werden künftig noch häufiger vor die Wahl gestellt: Kaufe ich mir etwas Gesundes zum Essen oder ein zuzahlungspflichtiges Medikament”, erklärte Mascher.

Wer jetzt allerdings den Gesundheitsfonds mit seinen Zusatzbeiträgen durch eine einkommensunabhängige Kopfpauschale für alle gesetzlich Krankenversicherten - vom Pförtner bis zum Generaldirektor - ersetzen will, würde “den Teufel mit dem Beelzebub austreiben”, sagte die VdK-Chefin und warnte die Bundesregierung und insbesondere Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vor einem radikalen Systemwechsel in der Gesetzlichen Krankenversicherung, der die Entsolidarisierung der Gesellschaft vorantreiben würde. Es gebe noch genügend Einsparpotential im Gesundheitssystem, “insbesondere bei den unnötigen Doppel- und Mehrfachuntersuchungen und bei den im internationalen Vergleich völlig überhöhten Arzneimittelpreisen in Deutschland”, sagte die VdK-Chefin. (Michael Pausder)

Treppenlifte - Kaufen oder mieten?

Die Investition in einen Treppenlift ist für einen Menschen mit Gehbehinderung zweifellos der Schritt in ein verbessertes Leben. Ein Treppenlift im Eigenheim erhöht die Lebensqualität und schenkt Mobilität und Selbstständigkeit. Diese gewonnenen Eigenschaften stärken vor allem das Selbstbewusstsein der bedürftigen Person. Die Person ist nicht mehr an ihren Helfer gebunden und kann sich selbstständig und frei in den eigenen vier Wänden bewegen. Die Anschaffung der Treppenlifte erhöht somit die Motivation im Alltag dieser Personen. Bevor ein Treppenlift jedoch gekauft werden kann, muss das nötige Kapital zur Verfügung stehen. Treppenliftmodelle sind nicht billig und müssen dazu teuer installiert werden. Hierbei tritt somit einmalig ein hoher Fixkostenbeitrag auf, welcher vom Käufer bezahlt werden muss. Da dieses für einen Durchschnittsverdiener nicht aus dem Stand möglich ist, gibt es Angebote einen Treppenlift mieten zu können oder ihn direkt zu kaufen und in Raten zu bezahlen.

Das Mieten eines Treppenliftes

Durch einen Mietvertrag wird die Anschaffung eines Treppenliftes für jeden Bedürftigen bezahlbar. Es können mit dem Verkäufer günstige Monatsraten vereinbart werden und der Vertrag kann mit einer langen Laufzeit abgeschlossen werden. Daraus resultieren günstige Monatsraten, welche sogar mit einem Wert von unter 100 Euro möglich sind. Der einzige Nachteil dieses Vertrags ist, dass man diese monatlichen Fixkosten lange zahlen muss und daher nicht sofort wieder über das volle bisherige Monatseinkommen verfügen kann.

Der Kauf eines Treppenliftes

Wenn das nötige Geld vorhanden ist, kann der Treppenlift natürlich direkt gekauft werden. Hierbei hilft es besonders, wenn sich der Bedürftige in einer Pflegestufe der Pflegekasse befindet. In diesem Fall wird der Kauf eines Treppenliftes von der Pflegekasse stark subventioniert.

Darmkrebs: Jährliche Darmspiegelung verbessert Heilungschancen

Jährliche Darmspiegelung verbessert Heilungschancen

Deutsche Krebshilfe e. V. – Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland: 37.000 Männer und 36.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu daran. Zwei bis drei Prozent dieser bösartigen Darmtumoren sind erblich bedingt. Diese Krebsform wird erbliches kolorektales Karzinom ohne Polyposis (HNPCC) oder auch Lynch-Syndrom genannt. Die Deutsche Krebshilfe fördert seit zehn Jahren ein Verbundprojekt zum Thema „Erblicher Darmkrebs“. Im Rahmen dieses Projektes begleiten Ärzte und Wissenschaftler Risiko-Patienten mit Gentests, Beratungsgesprächen und regelmäßigen Untersuchungen. Ziel der Ärzte und Forscher ist es, ein geeignetes Programm zur Darmkrebs-Früherkennung für diese Personengruppe zu entwickeln.

Erblicher Darmkrebs ist auf Veränderungen (Mutationen) im Erbgut zurückzuführen, die an die Nachkommen weitergegeben werden können. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erkranken die Träger dieser fehlerhaften Gene im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs – häufig noch vor dem 50. Lebensjahr. Auch das Risiko für verschiedene andere Tumoren ist erhöht. Bislang sind vier so genannte Reparaturgene bekannt, deren Veränderungen für die Entstehung von HNPCC verantwortlich sind. Diese Gene haben die Aufgabe, Fehler in der Erbsubstanz zu erkennen und zu korrigieren. Funktioniert diese Reparatur nicht, können Tumoren entstehen.

Die Forscher des Verbundes untersuchten im Rahmen einer Studie mehr als 1.000 Hochrisiko-Patienten für HNPCC. Über einen Zeitraum von durchschnittlich drei Jahren wurde der Darm aller Studienteilnehmer jährlich gespiegelt. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden jetzt in der Zeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht. Der einjährige Abstand zwischen den Untersuchungen erwies sich gegenüber längeren Untersuchungs-Intervallen als eindeutig überlegen, weil die nachgewiesenen Tumoren ein früheres Stadium hatten. Die Autoren empfehlen daher Hochrisiko-Patienten für HNPCC, jährlich Darmspiegelungen vornehmen zu lassen, weil dies die Heilungschancen verbessert.

Bei der Darmspiegelung entfernen die Ärzte gutartige Vorstufen von Darmkrebs. Auch die anderen von Krebs bedrohten Organe werden überwacht. „In Zukunft wollen wir die Früherkennung dem individuellen Risiko des Patienten anpassen. Hierzu zählt, das optimale Alter für den Beginn und das Ende der Untersuchungen zu bestimmen und die Intervalle zwischen den Darmspiegelungen und weiteren klinischen Untersuchungen je nach Lebensalter unterschiedlich festzulegen. Deshalb müssen die Hochrisiko-Patienten weiterhin im Rahmen der Studie beobachtet werden“, sagt Professor Dr. Peter Propping. Er ist Sprecher des Verbundes und ist wissenschaftlich am Institut für Humangenetik der Universität Bonn tätig.

Die Deutsche Krebshilfe fördert das Verbundprojekt zum Familiären Darmkrebs seit 1999 mit bisher 14 Millionen Euro. In diesem Rahmen entstand die weltweit größte und am besten charakterisierte Personengruppe, zu der sowohl Patienten mit erblichem Darmkrebs als auch gesunde Risikopersonen gehören. Die Studienteilnehmer werden von einem interdisziplinären Team aus Ärzten und Wissenschaftlern kompetent beraten und betreut. Beteiligt sind insgesamt sechs Universitäts-Standorte in Deutschland: Bochum, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Heidelberg und München/Regensburg. Eine Dokumentationszentrale in Leipzig und eine Referenzpathologie in Bonn ergänzen den Verbund.

Info-Kasten: Erblicher Darmkrebs
Jährlich erkranken rund 73.000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs. Zwei bis drei Prozent der Krankheitsfälle sind erblich bedingt. Diese Erkrankungen werden als HNPCC bezeichnet. Die Abkürzung steht für hereditäres kolorektales Karzinom ohne Polyposis. Bei dieser Erkrankung ist auch das Risiko für Tumoren der Gebärmutter, des Nierenbeckens, der Harnleiter, des Magens und anderer Organe erhöht. Weitere erbliche Darmkrebs-Erkrankungen sind die FAP (Familiäre Adenomatöse Polyposis) sowie seltene Formen wie das Peutz-Jeghers-Syndrom und die Familiäre Juvenile Polyposis.

Literatur:
Engel C et al.: Efficacy of annual colonoscopic surveillance in individuals with Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer, Clinical Gastroenterology and Hepatology (2009), doi: 10.1016/j.cgh.2009.10.003

Demenzerkrankungen weiter steigend

“Demenzerkrankungen sind nach wie vor nicht heilbar. Derzeit leiden in der Bundesrepublik ca. 1,1 Millionen Menschen an einer Demenz. Bis 2050 wird sich ihre Zahl wahrscheinlich verdoppeln. Dabei gibt es eine Reihe möglicher Präventionsmaßnahmen, die allerdings noch viel zu wenig bekannt sind.” Auf diese Tatsache wies Prof. Dr. Ralf Ihl, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie am Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld, im Vorfeld eines am 15.10.09 auf der Düsseldorfer REHACARE beginnenden Fachkongresses hin.

Demenzerkrankungen gehören gesellschaftlich nicht nur zu den immer noch tabuisierten Krankheiten, sie sind im Versorgungssystem gleichzeitig auch die teuersten. “Je früher die Diagnose bekannt ist, desto besser kann auch geholfen und dadurch gleichzeitig etwa drei Jahre gewonnen werden”, prognostiziert Prof. Dr. Ralf Ihl. Wichtig sei zudem, das Krankheitsbild genau abzuklären. Denn es könne sein, dass demenzähnliche Symptome auch durch Vitaminmangel oder Depressionen hervorgerufen werden. Zudem könne jeder durch körperliche und geistige Aktivität sein Risiko senken, an einer Demenz zu erkranken. Vorsichtig optimistisch äußerte sich Ihl zum neuen Medikament “Souvenaid”. Das neue Medikament kommt wahrscheinlich im nächsten Jahr auf den Markt.
“Man darf hiervon allerdings keine Wunder erwarten, es ist ein anderer Weg der Behandlung. Weiterhin gilt jedoch: Auch mit ‘Souvenaid’ ist Demenz nicht heilbar.”

Demenzkranke und Pflegende brauchen konkrete Hilfen

“In der gegenwärtigen Situation kommt es deshalb auf zwei Dinge an: Einerseits muss die Grundlagenforschung intensiviert werden. Dies ist u. a. mit der Ansiedlung des Demenzzentrums zur Erforschung der neurodegenerativen Erkrankungen Kernstandort in Bonn und dem weiteren NRW-Standort in Witten/Herdecke geschehen”. Weiterhin kommt es darauf an, so Prof. Ihl weiter, “dass wir die Betroffenen aufklären, die häuslich Pflegenden entlasten und die vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen koordinieren und in entsprechenden Hilfearrangements für die demenzkranken Menschen bündeln”. Hierzu muss die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Versorgungsangeboten gestärkt und die Vernetzung der Anbieter unterschiedlicher Hilfeleistungen verbessert werden. “Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang”, so Ihl, “die Arbeit der Landesinitiative Demenz- Service Nordrhein-Westfalen.” Gemeinsam haben Landesregierung und Landesverbände der Pflegekassen vor fünf Jahren mit sogenannten Demenz-Servicezentren ein bundesweit einmaliges Informations- und Unterstützungsnetzwerk für Fachleute genauso wie für Betroffene und deren Angehörige geschaffen”, erklärt Ministerialrat Roland Borosch vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW.
Derzeit gibt es flächendeckend 11 Demenz-Servicezentren in NRW. Zu Beginn des Jahres 2010 werden zwei neue in den Regionen “Bergisches Land” und “Duisburg-Essen” hinzukommen.

Zurzeit leben rund 300.000 Menschen mit einer Demenz in Nordrhein- Westfalen. Ihre Zahl wird weiter steigen. “Der Ausbau der Demenz- Servicezentren ist vor dem Hintergrund zu begrüßen. Es musste schnell und frühzeitig gehandelt werden, denn es gilt den erheblich teureren Heimaufenthalt durch Begleitung im häuslichen Bereich hinauszuzögern. Wir wollen damit aber auch gleichzeitig für andere Bundesländer ein Zeichen setzen, dass sich mit begrenzten finanziellen Ressourcen etwas für die Verbesserung der Lebenssituation demenzkranker Menschen und für die die Entlastung ihrer Angehörigen bewegen lässt”, resümiert Gunnar Peeters, Leiter des Referates Pflege beim Verband der Ersatzkassen e.V. für die Pflegekassen NRW. “Diese Art der Unterstützung ist nicht nur bundesweit einmalig. Sie findet aufgrund des wohlüberlegten Einsatzes von personellen und finanziellen Mittel mittlerweile auch internationale Beachtung”, so Christine Sowinski, Pflegereferentin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe, das die Landesinitiative koordiniert.

Menschen mit Migrationshintergrund nicht vergessen

“Eine ganz besondere Herausforderung sehen Experten in der Betreuung und Versorgung demenzkranker Migrantinnen und Migranten. Mit dem Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Gelsenkirchen unterstützen wir Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Ärzte landesweit bei der Beachtung familienorientierter und kultursensibler Besonderheiten bei der Betreuung und Pflege demenzkranker Migrantinnen und Migranten,” so Reinhard Streibel vom Gelsenkirchener Demenz-Servicezentrum. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe und das Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bieten Fachkräften in der Altenhilfe und Pflege Fortbildungsmaßnahmen und Materialien für diesen Bereich an.

Pressemitteilung des Demenz-Service-NRW

Die KarstadtQuelle-Versicherung bietet unter dem Namen „Demenz-Geld“ eine neue Police an. Bescheinigt ein Facharzt, dass der Versicherte an einer mittelschweren oder schweren Demenz leidet, zahlt sie einen monatlichen Betrag. Das höchstmögliche „Demenzgeld“ liegt bei 600 Euro im Monat.
Stiftung Warentest meint: Können Sie vergessen. Ganzer Text hier

VdK: “Durststrecke” für Rentner verhindern

Ulrike Mascher fordert Abschaffung der Rentendämpfungsfaktoren

Der Sozialverband VdK zeigt sich angesichts der im Gutachten des Sozialbeirats zum Rentenversicherungsbericht 2009 angekündigten “Durststrecke” für Rentner besorgt über die künftige Rentenentwicklung.

“Es wird von heute aus in den nächsten sieben Jahren - wenn überhaupt - nur geringe Anpassungen geben”, heißt es in dem Gutachten. Bereits vor drei Wochen hatte die Rentenversicherung zwei Nullrunden und danach bis 2016 nur kleine Erhöhungen vorausgesagt.

“Das sind schlechte Aussichten für Rentnerinnen und Rentner”, erklärte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland heute in Berlin. Sie forderte die Bundesregierung erneut auf, “Rentner in Zukunft an dem prognostizierten wirtschaftlichen Aufschwung uneingeschränkt teilhaben zu lassen, und Rentenkürzungsfaktoren - wie Riester-, Nachhaltigkeits- und Ausgleichsfaktor - abzuschaffen.”

Mascher: “Die Rentnerinnen und Rentner haben in den letzten sechs Jahren bereits drei Nullrunden in Folge und zusätzliche Belastungen im Gesundheitsbereich hinnehmen müssen. Rentner gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die bereits vor der Wirtschaftskrise am kräftigsten zur Kasse gebeten wurden. Jetzt droht angesichts der Koalitionspläne eine weitere erhebliche Belastung für die Rentner in der Kranken- und Pflegeversicherung. Deshalb muss man ihnen wenigstens für die Zukunft wieder Rentensteigerungen analog zur Lohnentwicklung garantieren.”

“Altersarmut ist auf dem Vormarsch”, sagte Mascher. Schon heute betrage die Durchschnittsrente nur 963 Euro bei den Männern und 526 Euro bei den Frauen. Aufgrund der Ausweitung des Niedriglohnsektors und durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit unterbrochene Erwerbsbiographien und dadurch fehlende Beitragsjahre wachse die Gefahr, und zwar für eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe, im Alter nur eine niedrige Rente zu beziehen. (Michael Pausder)

Pressemitteilung des VDK

Mehr Lebensqualität nach dem Schlaganfall

Neue Therapien auf Rezept mobilisieren Patienten für den Alltag: Ergotherapie für Neurologie und Orthopädie, Physiotherapie für Neurologie sowie tiergestützte Therapie

Therapie in der Neurologie
In der Neurologie werden Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, beispielsweise nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittlähmungen, Multiple Sklerose oder Parkinson-Syndrom behandelt.

Therapie in der Orthopädie
Durch Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates kommt es zu Beeinträchtigungen, die sich auf den Alltag der Menschen auswirken und somit die Lebensqualität einschränken können.

Ziel der Ergotherapie und Physiotherapie
Ziel der Behandlungen ist es, die Selbständigkeit der Patienten zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise das Ankleiden ohne Hilfe, das selbständige Einnehmen der Mahlzeiten, das Führen des Haushalts oder das Fortbewegen mit dem Rollstuhl. Die Therapeuten gehen problemorientiert vor und berücksichtigen die individuellen Alltagsanforderungen und persönlichen Ziele der Patienten.

Tiergestützte Therapie
Das Rehazentrum Rosenheim ist „auf den Hund gekommen“. Ein Hund motiviert bei dieser Therapie die Patienten zur Aktivität und auch zur Entspannung. Hunde sind besonders feinfühlig für die Gefühle und Beeinträchtigungen des Menschen. Dies kann vor allem Patienten mit Sprechproblemen helfen, Barrieren abzubauen.

Seit über 10 Jahren werden im Rehazentrum Rosenheim vor allem Krankheitsbilder in der Orthopädie und Traumatologie therapiert. Mit Einführung der neuen Therapien Ergotherapie, Physiotherapie in der Neurologie sowie tiergestützter Therapie, ist dieses Spektrum um die Behandlung in der Neurologie auf Rezeptbasis erweitert worden. Weitere Informationen über das Rehazentrum Rosenheim gibt es im Internet unter www.reha-rosenheim.de.