Archiv der Kategorie Gesellschaft

“Rente mit 67″ erhöht Armutsrisiko im Alter

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, hat die heutige Forderung des Direktors des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, die Arbeitszeit bis zum 70. Lebensjahr auszuweiten, als utopisch zurückgewiesen. Nach Auffassung des Sozialverbands VdK wird bereits die Einführung der “Rente mit 67″ das Risiko der Altersarmut in Deutschland erhöhen. “Wer künftig nicht bis 67 arbeiten kann, weil er zum Beispiel arbeitslos ist, muss für zwei Jahre vorzeitigen Rentenbeginn 7,2 Prozent Abschlag in Kauf nehmen. Eine Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 wäre für die Menschen ein reines Rentenkürzungsprogramm”, erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland heute in München.

Nur ein Fünftel der 60-jährigen Arbeitslosen schafft wieder den Sprung in die Erwerbstätigkeit, von den 64-Jährigen seien es nicht einmal 10 Prozent, erklärte Mascher. “So lange nur jeder zweite Betrieb in Deutschland über 50-Jährige beschäftigt, nur jeder dritte über 60-Jährige noch erwerbstätig ist und auch nur 2,5 Prozent der über 55-Jährigen beruflich weitergebildet werden, so lange darf die ‘Rente mit 67′ nicht eingeführt werden”, forderte die VdK-Chefin.

24 Prozent der 55- bis 59-Jährigen müssten aus gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen. Mascher: “Die Erwerbsminderungsrentner hätten dann nicht nur mit ihrer Krankheit oder Behinderung, sondern auch mit hohen Abschlägen bei den Renten zu kämpfen.”

Der VdK forderte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf, die im Gesetz festgehaltene Überprüfungsklausel bei der Anhebung der Regelaltersgrenze ernst zu nehmen und objektiv prüfen zu lassen, ob die Arbeitsmarktbeteiligung Älterer die Einführung der “Rente mit 67″ rechtfertigt.

Werden Sie Senior Experte

In Deutschland bricht jeder fünfte Jugendliche seine Ausbildung vorzeitig ab, oft schon im ersten Lehrjahr – keine guten Nachrichten für den Arbeitsmarkt, aber ein guter Grund zu handeln.

Ende 2008 hat der Senior Experten Service (SES) – eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Bonn – zusammen mit den Spitzenverbänden der deutschen Industrie, des Handwerks und der freien Berufe die Initiative VerA aufgelegt. Förderer ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung über sein JOBSTARTER-Programm. VerA steht für Verhinderung von Abbrüchen und Stärkung von Jugendlichen in der Berufsausbildung durch SES-Ausbildungsbegleiter.

Der SES nimmt Anfragen nach Ausbildungsbegleitern von jeder Seite entgegen – von den Auszubildenden selbst, den Beratern bei den Kammern, den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen. Die Auswahl des Begleiters trifft der SES. Hunderte Expertinnen und Experten engagieren sich für VerA. Sie werden auf ihre Aufgabe konkret vorbereitet und bringen das Fachwissen aus Industrie, Handwerk und vielen technischen, kaufmännischen und sozialen Berufen mit.

Deutsche Krebshilfe fördert Studie zur ambulanten Hospizarbeit

03.08.10 „Sterben dort, wo man zuhause ist“ Deutsche Krebshilfe fördert Studie zur ambulanten Hospizarbeit

Augsburg (jti) – Ziel der ambulanten Hospiz- und Palliativarbeit ist es, dass Sterbende ihre letzten Wochen und Tage in vertrauter Umgebung verbringen können. Häufig wissen Betroffene jedoch nichts von dieser Möglichkeit. Darüber hinaus ist die Palliativversorgung in Deutschland bislang noch nicht flächendeckend in gleich hoher Qualität verfügbar. Gerade in ländlichen Gebieten fehlen entsprechende Angebote. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die Wissenschaftler der Universität Augsburg in Kooperation und mit Unterstützung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) durchgeführt haben. Die Deutsche Krebshilfe unterstützte die Studie mit 145.000 Euro.

„Mein Mann ist friedlich zuhause gestorben. Das hatte er sich sehr gewünscht und für mich und unsere Kinder war es auch tröstlich“, erzählt die Ehefrau eines kürzlich verstorbenen Darmkrebs-Patienten. „Ohne die Unterstützung durch den ambulanten Hospizdienst wäre das bestimmt nicht möglich gewesen.“ Viele Menschen haben den Wunsch, dort zu sterben, wo sie zuhause sind. Die ambulante Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland trägt diesem Bedürfnis Rechnung. Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Augsburg diese Form der Sterbebegleitung untersucht.

„Die meisten Menschen haben leider nur recht diffuse Vorstellungen von dem, was ein Hospiz eigentlich ist und was ambulante Palliativdiensten anbieten können“, sagt Werner Schneider, Soziologe an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg und Experte für Sterben und Tod aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Schneider leitete die Studie zur ambulanten Hospizarbeit. „In den Köpfen vieler Menschen ist das Wort ‚Hospiz’ immer noch gleichgesetzt mit ‚in Kürze sterben’. Daher nehmen Angehörige häufig erst Kontakt mit einem Hospizdienst auf, wenn der Betroffene bereits im Sterben liegt. Dann können sich die Hospiz-Mitarbeiter aber nicht mehr so gut auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen einstellen“, so Schneider. Er fordert daher eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für die ambulante Sterbebegleitung. Ärztinnen und Ärzte könnten dabei als ‚Türöffner’ wirken, indem sie Patienten und Angehörige über Hospizdienste informieren und eine Kontaktaufnahme empfehlen.

Obwohl prinzipiell jeder Sterbende Anspruch auf eine palliativmedizinische Betreuung hat, kann diesem Anspruch in der Praxis noch nicht überall Rechnung getragen werden – so ein weiteres Ergebnis der Studie. Vor allem in ländlichen Gebieten ist es oft nicht möglich, Schwerstkranken ein Sterben zuhause zu ermöglichen. Dies liegt einerseits an der Organisation der Dienste, zum anderen an fehlender Infrastruktur auf dem Land: Gerade dort gibt es weit mehr rein ehrenamtlich organisierte Dienste, die nicht auf eine Infrastruktur wie in der Stadt zurück greifen können. In der Stadt jedoch führt allein das Vorhandensein von stationären Hospiz- und Palliativeinrichtungen zu mehr ‚Hospitalisierung’. Hier sehen die Wissenschaftler um Schneider noch großen Handlungsbedarf: „Wir müssen die Strukturen für die ambulante Palliativarbeit dringend weiter ausbauen, denn die Möglichkeiten, Menschen ein Sterben zuhause zu ermöglichen, sind noch längst nicht ausgeschöpft.“

Die Deutsche Krebshilfe setzt sich seit mehr als 25 Jahren für den Auf- und Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung in Deutschland ein. Sie ist Wegbereiterin der Palliativmedizin und hat bereits in den 1980-er Jahren Hospize und Palliativstationen finanziell unterstützt. In ihrem aktuellen Förderschwerpunktprogramm unterstützt die Deutsche Krebshilfe unter anderem zahlreiche stationäre und ambulante palliativmedizinische Dienste sowie Projekte auf dem Gebiet der Versorgungsforschung. „Palliativmedizin und Hospizarbeit sind aktive Lebenshilfe – und damit eine echte Alternative zur Sterbehilfe. Die Deutsche Krebshilfe setzt sich dafür ein, die Palliativmedizin und die Hospizversorgung in Deutschland weiter auszubauen“, sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Auch die Ergebnisse der Augsburger Studie werden in unsere Überlegungen zu weiteren Fördermaßnahmen oder auch gesundheitspolitischen Aktivitäten einfließen“, so Nettekoven.

Der DHPV vertritt als Dachverband von nahezu 1.000 Hospiz- und Palliativeinrichtungen die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen gegenüber Politik und Gesundheitswesen. „Beim weiteren Ausbau der Strukturen muss die Vielfalt der allgemeinen und spezialisierten Versorgung berücksichtigt werden“, betont Dr. Birgit Weihrauch, Vorsitzende des Verbandes.

Palliativmedizin und Hospizarbeit - Hintergrundinformationen

Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität unheilbar kranker Menschen bis zuletzt zu erhalten. Dazu gehört die Bekämpfung von Schmerzen und anderen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Verwirrtheit. Auch psychische, soziale und spirituelle Anliegen rücken verstärkt in den Vordergrund. Die Deutsche Krebshilfe versteht sich als Wegbereiterin der Palliativmedizin und der Hospizbewegung in Deutschland: Mit insgesamt rund 60 Millionen Euro hat sie den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen bislang maßgeblich unterstützt und die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet nachhaltig gefördert. Außerdem gibt die gemeinnützige Organisation umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Palliativmedizin heraus. Die Broschüren, DVDs und ein Hörbuch können kostenlos bei der Geschäftsstelle in Bonn angefordert oder unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

VdK warnt vor Abschaffung der Rentengarantie

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, weist den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf das Schärfste zurück, die 2009 beschlossene Rentengarantie wieder abzuschaffen. Mascher wörtlich: “Durch drei Nullrunden in Folge und zwei Mini-Rentenerhöhungen haben die Rentnerinnen und Rentner bereits zwischen 2004 und 2009 erhebliche Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. Durch die Nullrunden 2010 und 2011 sowie die zu erwartenden erheblichen Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung werde sich der Wertverlust der Rente weiter fortsetzen. Deswegen brauchen die Rentner die Garantie, dass wenigstens der Zahlbetrag ihrer Altersbezüge nicht gekürzt werden kann.”

Auf die Aussage Brüderles, es werde dauerhaft nicht funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln, entgegnete die VdK-Präsidentin: “Die Renten entwickeln sich schon lange nicht mehr analog zu den Löhnen. Rentenkürzungsfaktoren, wie Riesterfaktor, Nachhaltigkeits- und Ausgleichsfaktor haben die Rentner über Jahre hinweg von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Deshalb ist die Rentenschutzklausel, die zumindest eine Kürzung des Rentenzahlbetrags verhindert, das Mindeste, worauf Rentner sich in Zukunft verlassen können müssen.” Darüber hinaus fordert der VdK die Abschaffung der Kürzungsfaktoren bei der Rentenanpassung.

Das Argument von Minister Brüderle, “die Renten müssen zunächst erwirtschaftet werden”, löse bei den Rentnern Verärgerung und Verbitterung aus. Mascher: “Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt des Staates, sondern ist der Lohn für die Lebensleistung von 20 Millionen Menschen, die jahrzehntelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben.”

“Der VdK hat die Rentengarantie im letzten Jahr für seine 1,5 Millionen Mitglieder und die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner erkämpft und werde in Form von öffentlichen Protesten erheblichen Widerstand leisten, sollte die Bundesregierung die Rentenschutzklausel im Zuge der Haushaltssanierung zur Disposition stellen”, kündigte die VdK-Präsidentin an. (Michael Pausder, Pressesprecher)

Bei Rente und Hartz IV darf nicht gespart werden

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, bezeichnete den Vorschlag des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, im Zuge der Haushaltssanierung auch bei Hartz IV und den Renten zu sparen, als “völlig verfehlt”.

Sie warnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble davor “der Versuchung zu erliegen, im Sozialhaushalt zu kürzen, nur weil dieser der größte ist. Hier geht es um Leistungen wie Renten und Arbeitslosengeld I und II, auf die über 25 Millionen Menschen existentiell angewiesen sind”. Mascher: “Es gibt keine Bevölkerungsgruppen, die bereits vor der Finanzkrise größere Einkommenseinbußen zu verkraften hatten als die Rentner und die Arbeitslosen. Die Rentner haben seit 2004 drei Nullrunden und höhere Zuzahlungen im Gesundheitsbereich hinnehmen müssen. Auch dieses und nächstes Jahr sind Nullrunden bei der Rentenanpassung bereits sicher.”

Ebenfalls starke Einkommensverluste, so die VdK-Präsidentin, mussten seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 die Arbeitslosen hinnehmen. Alle Menschen, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen seien, wie zum Beispiel Alleinerziehende und Kinder, müssten mit Regelsätzen zwischen 215 Euro (Kleinkind) und 359 Euro (Erwachsener) ihren Lebensunterhalt bestreiten. Mascher: “Diese Menschen leben jetzt bereits unterhalb der Armutsgrenze. Wenn Herr Keitel ausgerechnet von diesen Gruppen Opfer verlangt, mit der Begründung, ‘dass alle Bürger solidarisch zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen müssen’, dann stellt er das Solidaritätsprinzip auf den Kopf. Gerade in Krisenzeiten muss gelten, dass starke Schultern mehr tragen müssen als schwache. Sozialkürzungen müssen deshalb tabu sein.”

“Unser Staat braucht Mehreinnahmen zum Beispiel durch Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Auch die Vermögensteuer muss wieder kommen. Zur Bewältigung der Krise müssen auch in Deutschland Bürger mit großen Einkünften und Vermögen stärker herangezogen werden, so wie das in den USA schon lange üblich ist. Auch eine deutliche Anhebung des Spitzensteuersatzes von derzeit 42 Prozent wäre das richtige Signal. In den 90er Jahren lag dieser noch bei 53 Prozent. Hier gibt es noch reichlich Spielraum, um höhere Steuereinnahmen zu erzielen, damit der Staat seine sozialen Aufgaben auch in Krisenzeiten erfüllen kann”, sagte die VdK-Präsidentin. (Michael Pausder, Pressesprecher)

Der Hundertste Tanztee

„70. Mit 70 begegne ich hier doch niemandem mehr. Das lohnt sich gar nicht. Wer weiß, wie lang ich noch hier bin! Und um Gottes Willen, alle Männer in meinem Alter sind doch ohnehin verheiratet oder so nah am Tod, dass sie ihn schon riechen können. Wie auch alle anderen. Nein danke. Nicht mit mir. Ungefähr so sah es bis vor einem halben Jahr in meinem Kopf aus. Hilde, mach Dir nichts vor sagte ich mir, da ist nichts mehr, die guten Tage sind vorbei. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke ist das verdammt albern oder? Allein bleiben nur weil ich schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hab? Nachdem mich meine Nachbarn aus dem Haus für betreutes Wohnen, in dem ich seit nun 2 Jahren zufrieden wohne, wochenlang bearbeitet und schließlich überredet haben, mit zum Tanztee – Tanztee da fühlt man sich ja direkt noch älter!-zu kommen, bin ich also mit. Ich war eigentlich schon nach 5 Minuten kurz vorm Gehen, aber meinen Freunden zuliebe bin ich geblieben. Da hab ich auch Hans kennen gelernt. Beim ersten Tanztee. Romantik frisch aus dem Leben gegriffen und mich auserwählt. Und das mit 70. Zwei oder Drei Tänze und wir verstanden uns auf Anhieb. Trafen uns in der folgenden Woche. Ein Date. Mit 70. Fühlt sich an wie nochmal 25 sein. Tolles Gefühl. Hans war der erste Mann, mit dem ich mich nach dem Tod meines Gatten vor 10 Jahren traf. Jetzt ist er mein Freund. Mein Begleiter, mein Liebhaber. Mein Freund eben. Und das mit 70.“

„Mein gefühlter Hundertster Tanztee. Sonntagnachmittag. Es sind oft die gleichen Menschen hier. Die kenn ich schon. Nette Menschen. Ich komm gern hier her, einfach um sich mal nett zu unterhalten in guter Atmosphäre. Die Richtige war noch nicht dabei, aber das muss auch nicht sein. Ich bin mittlerweile 75 und bereits seit 20 Jahren allein. Nette Gespräche reichen vollkommen aus. Aber heute betritt ein neues Gesicht den Raum. Unsicher und wunderschön. Das ist die Hilde. Sie lerne ich hier kennen. Auf meinem Hundertsten Tanztee. Nach Zwei Tänzen ist alles klar für mich. Die soll es nun sein. Tolles Gefühl. Hat lange gedauert, aber es fühlt sich dadurch nur noch besser an. Manchmal muss man eben Geduld haben, das war doch auch nicht anders als wir 18 waren oder? Irgendwann kam jemand, der einem Schmetterlinge in den Bauch zauberte. Aber eben nicht sofort, sondern vielleicht auch erst ein paar Jahre später. Ich meinem Fall Hundert Tanztees später. Das warten hat sich gelohnt…!“

Sozialverband VdK warnt vor wachsender Armut älterer Frauen

Zusatzbeiträge belasten einseitig Arbeitnehmer und Rentner
Sozialverband VdK warnt vor wachsender Armut älterer Frauen

Als “bittere Pille für Arbeitnehmer und Rentner” bezeichnete Ulrike Mascher, die Präsidentin des Sozialverbands VdK, die bevorstehenden Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung. “Ausgerechnet diejenigen, die durch Lohneinbußen und Rentennullrunden ohnehin Kaufkraftverluste hinzunehmen haben, werden durch die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen überproportional belastet. Arbeitgeber bleiben außen vor”, sagte die VdK-Präsidentin. Für Rentner, so der VdK, seien 8 Euro Zusatzbeitrag im Monat “viel Geld”.

“Jede dritte alleinstehende Rentnerin ist jetzt schon akut von Armut bedroht. Rentnerinnen und Rentner werden künftig noch häufiger vor die Wahl gestellt: Kaufe ich mir etwas Gesundes zum Essen oder ein zuzahlungspflichtiges Medikament”, erklärte Mascher.

Wer jetzt allerdings den Gesundheitsfonds mit seinen Zusatzbeiträgen durch eine einkommensunabhängige Kopfpauschale für alle gesetzlich Krankenversicherten - vom Pförtner bis zum Generaldirektor - ersetzen will, würde “den Teufel mit dem Beelzebub austreiben”, sagte die VdK-Chefin und warnte die Bundesregierung und insbesondere Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vor einem radikalen Systemwechsel in der Gesetzlichen Krankenversicherung, der die Entsolidarisierung der Gesellschaft vorantreiben würde. Es gebe noch genügend Einsparpotential im Gesundheitssystem, “insbesondere bei den unnötigen Doppel- und Mehrfachuntersuchungen und bei den im internationalen Vergleich völlig überhöhten Arzneimittelpreisen in Deutschland”, sagte die VdK-Chefin. (Michael Pausder)

Rosenduft als Gedächtnisstütze

Schlafen fördert die Gedächtnisbildung, diese These dürfte allgemein bekannt sein. Neu ist aber dies: auch Rosenduft hat eine enorme Wirkung auf unser Erinnerungsvermögen – eine durchaus positive. Anscheinend kann er uns helfen, Dinge besser zu behalten. Der Duft von Ölen beruhigt, wie auch Lavendel, warum also sollte der liebliche Geruch von Rosen nicht eine noch positivere Wirkung haben? Ein Forschungsprojekt in Lübeck zeigte: Ein mit Rosenduft parfümierter Raum wurde mit Gegenständen ausgestattet, deren Lage sich einige Versuchspersonen merken sollten. Nachdem sie den Raum verließen, hielten alle Versuchskandidaten ein Schläfchen (dass Schlaf bei der Gedächtnisbildung helfen soll, wissen wir ja bereits) – eine Hälfte mit Rosenduft währenddessen, die andere ohne. Das Ergebnis: Die Duftgruppe konnte sich deutlich besser erinnern, als die „duftlose“ Gruppe.

Ein interessantes Ergebnis. Wenn Sie sich also demnächst zu Hause mit Erinnerungslücken auseinander setzen müssen, versuchen Sie es doch einfach mal mit Rosenduft, schaden kann es schließlich nicht.

Alter als Chance - demografische Entwicklung

Die Menschen in Deutschland leben heute über 30 Jahre länger als noch vor 100 Jahren. Und die meisten Seniorinnen und Senioren haben die Chance, die gewonnenen Jahre bei guter Gesundheit aktiv zu gestalten. Sie wollen sich keineswegs aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Sie möchten sich mit dem ganzen Schatz ihrer kulturellen und beruflichen Lebenserfahrung einbringen, mit ihrer Bildung und ihrem Wissen aktiv bleiben. Ihnen dies zu ermöglichen, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Der demografische Wandel erfordert eine neue Bewertung des Alters und damit die Vermittlung realistischer Bilder vom Alter und vom Altern in die Gesellschaft.

Befragungen bestätigen neue Altersbilder                            

Untersuchungen haben ergeben, dass in keiner anderen Altersgruppe die Ansichten, Lebensentwürfe, Erwartungen und Interessen so verschieden sind wie bei älteren Menschen. Es gibt nicht “die Alten”, Alter bedeutet Vielfalt. Aufgrund von statistischen Daten und Befragungen, die zum Beispiel der Deutsche Alterssurvey und GeroStat bieten, können die politischen und gesellschaftlichen Erfordernisse erkannt und zukunftsgerecht gestaltet werden.

Altenberichte zeigen Potenziale des Alters auf

Das Erkennen des Stellenwertes älterer Menschen bedeutet Akzeptanz und führt zu einem Umdenken bei Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Kommunen, Verbänden und bei jedem Einzelnen. Bereits im Fünften Altenbericht zur “Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland” wurde festgestellt, dass die Chancen einer Nutzung von Potenzialen des Alters von den Altersbildern abhängen. Die Sachverständigen-Kommission für den Sechsten Altenbericht wird daher bis 2010 einen Bericht zum Thema “Altersbilder in der Gesellschaft” erarbeiten.

Initiative und Kampagnen unterstützen den Wandel

Mit der Initiative “Erfahrung ist Zukunft” will die Bundesregierung eine gesellschaftliche Debatte anstoßen und notwendige Veränderungen voranbringen. Die Kampagne “Zähl Taten, nicht Falten” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt dieses neue Verständnis vom Alter. Sie ist Teil der Initiative “Alter schafft Neues”.

Beteiligung sichert nachhaltig den Zusammenhalt

Eine starke Beteiligung der Älteren ist auch dringend notwendig, um wirtschaftlichen Wohlstand und soziales Wohlergehen sowohl für die heutige wie auch für zukünftige Generationen auf Dauer zu gewährleisten. Die Bundesregierung hat im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie daher das Thema “Solidarität und Zusammenhalt in Deutschland unter den Bedingungen einer älter werdenden und länger lebenden Bevölkerung” aufgegriffen. Es gilt, das aktive und produktive Alter zu entdecken und zu nutzen - für die Gesellschaft, für die Wirtschaft und die älteren Menschen selbst.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Initiative “Erfahrung ist Zukunft”


Die Initiative ‘Erfahrung ist Zukunft’

Die Verlängerung der durchschnittlichen Lebenszeit muss als das gewertet werden, was sie im historischen Vergleich ist: als Gewinn für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Die Folgen des demografischen Wandels werden vielfach nocht zu pessimistisch gesehen.

Die Bundesregierung will mit der Initiative “Erfahrung ist Zukunft” auf die sich ergebenden Chancen aufmerksam machen und Wege aufzeigen, wie diese genutzt werden können. Zentral ist hierbei ein neues, realistisches Bild vom Alter und Altern. Die ressortübergreifende Initiative “Erfahrung ist Zukunft” ist offen für Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Initiative setzt auf die Schwerpunkte:

  • Lebenslanges Lernen
  • Förderung der Gesundheit
  • Beschäftigung im Alter
  • Existenzgründung durch Ältere
  • Freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend möchte mit zahlreichen Maßnahmen und Projekten Wege aufzeigen, den demografischen Wandel in den nächsten Jahren für alle Generationen gerecht und insgesamt als Gewinn zu gestalten.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend